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© B. G. Welker 2011
  



Primäre Prävention

Unter primärer Prävention versteht man die ärztliche Kunst, die Entstehung von Krankheiten zu vermeiden. Dazu dienen die folgenden Substanzen, die zusätzlich zur Nahrung eingenommen werden sollten. Angegeben ist jeweils die Tagesdosis für Gesunde mit 70 Kilogramm (kg) Körpergewicht (KG).


Ascorbin

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist in Apotheken preiswert als Pulver in Dosen zu 100 Gramm (g) erhältlich. Das oft beiliegende Spielzeuglöffelchen kann man getrost entsorgen. Die normale Tagesdosis liegt bei zwei gestrichenen Teelöffeln (TL), jeweils einer nach dem Frühstück und einer nach dem Abendessen. Dies entspricht 3-4 g Ascorbin bzw. 50 Milligramm (mg) pro kg KG bei 65-75 kg KG und somit der Menge, die nach den Laborrichtlinien den Versuchstieren gegeben werden muß, die Vitamin C nicht synthetisieren können.

Man kann das Pulver pur nehmen und ein kleines Glas Mineralwasser oder Fruchtsaft nachtrinken oder das Pulver in Mineralwasser (besser als Leitungswasser) oder Orangensaft auflösen und auf einmal trinken. Wenn es seitens der Alltagsumstände praktikabel ist, ist eine protrahierte schluckweise Einnahme über einige Stunden etwas ökonomischer. Wie auch bei Obst- oder Weinsäure sollte ein langer Kontakt mit dem Zahnschmelz vermieden werden.

Liegt das KG über oder unter 70 kg, nimmt man entsprechend mehr oder weniger Pulver entsprechend 0,5 – 1 g pro 10 kg KG. Dies gilt auch für Kinder. Neugeborene erhalten 50 Milligramm (mg) täglich (vgl. Kapitel Orthomolekularmeditzin).

Stress, egal ob körperlich (Infekte, Sport) oder psychisch erhöht den Ascorbinbedarf enorm. Auch chronisch Kranke brauchen mehr Ascorbin als Gesunde. Sie sollten die Dosis soweit erhöhen, bis gerade noch kein Durchfall auftritt. Magenkranke vertragen oft das säurefreie Natriumascorbatpulver besser.


Aminosäuren

L-Lysin: 500 mg
L-Prolin: 375 mg
L-Arginin: 250 mg
L-Carnitin: 50 mg
L-Cystein: 30 mg


Oligomere Proanthocyanidine (OPC), Polyphenole

OPC aus Traubenkernextrakt: 500 mg


Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien

Vitamin A: 500 Internationale Einheiten (I.E.)
ß-Carotin: 556 I.E.
Lycopin 1,3 mg
Lutein /Zeaxanthin: 1,3 mg
Vitamin E: 50 I.E.
Vitamin D: 200 I.E.
Vitamin B1: 1,0 mg, ab dem 60. Lebensjahr: 4,0 mg
Vitamin B2: 1,2 mg, ab dem 60. Lebensjahr: 4,2 mg
Vitamin B6: 1,2 mg, ab dem 60. Lebensjahr: 4,8 mg
Vitamin B12: 3 Mikrogramm (µg), ab dem 60. Lebensjahr: 6 µg
Biotin: 70 µg, ab dem 60. Lebensjahr: 170 µg
Folsäure: 400 µg, ab dem 60. Lebensjahr: 1300 µg
Niacin: 12 mg Niacin-Äquivalent, ab dem 60. Lebensjahr: 57 mg
Pantothensäure: 6,0 mg, ab dem 60. Lebensjahr: 22,6 mg
Chrom: 60 µg
Kupfer: 1000 µg
Molybdän: 80 µg
Selen: 33 µg
Zink: 8,0 mg
Coenzym Q10: 10,0 mg

Magnesium: 160-240 mg

Jod:
Die täglich erforderliche Jodmenge 200 µg kann in Form von Jodkapseln, Jodsalz (10 g enthalten 200 µg) oder Salzwasserfisch 2x pro Woche aufgenommen werden. Lachs, Hering oder Makrele stellen so auch eine ausreichende Quelle für Omega-3-Fettsäuren dar. Liegt eine Hashimoto- Thyreoiditis vor, sollte außer während einer Schwangerschaft kein Jod eingenommen werden.

Eisen:
Eisen muß normalerweise nicht substituiert werden. Ggf. richtet sich die Dosierung individuell nach Ferritin- und Hämoglobinwert.

Calcium:
Der Tagesbedarf liegt bei 1000 mg. Er kann in Form von Milchprodukten, Mineralwasser oder Calciumtabletten gedeckt werden. Die Höchstdosis von 2000 mg sollte nicht überschritten werden.

Der tägliche Wasserbedarf liegt bei mindestens 1,5 Liter (l).

Diese Kombination an Naturstoffen ist zur Krankheitsprävention geeignet, da damit Schäden minimiert werden, die durch eine Unterversorgung mit lebenswichtigen Stoffen bei konventioneller oder falscher Ernährungsweise entstehen können.

Gleichermaßen bedeutsam sind aber auch Maßnahmen der allgemeinen Hygiene und eine ausreichende körperliche Bewegung besonders der Regionen, an denen sich Funktionseinschränkungen anbahnen wollen.


Sekundäre Prävention

Darunter versteht man den Einsatz einer möglichst frühzeitigen Therapie, um die Entwicklung von Krankheiten zu verhindern. Ein in orthomolekularer Medizin erfahrener Arzt sollte konsultiert werden. Hier nur einige Beispiele.

Arthrose/Arthritis
Ausreichende Konzentrationen von Ascorbin, Lysin (initial 2500 mg tgl. bis zur Schmerzfreiheit), Polyphenolen und Kupfer sind für die Regeneration des Knorpels essentiell. Knöcherne Veränderungen können damit aber nicht beseitigt werden.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
OPC (ab 300 mg tgl.) vermögen eine nicht zu lange bestehende, leichte Hypertonie (bis etwa RR 155/105) wieder zu normalisieren. Unterstützend wirkt zusätzliches Arginin (bis 2000 mg tgl.).

Arteriosklerose
Arteriosklerose läßt sich mit Hilfe obiger Substanzen stoppen und sogar zurückbilden.

Katarakt, Glaukom, Makuladegeneration
Das Fortschreiten dieser Krankheiten kann mit obigen Substanzen verhindert werden.

Harnwegs- und andere chronisch rezidivierende Infekte
Vor alllem Ascorbin und Polyphenole verhindern Rückfälle.

Depressionen
Gute Resultate wurden vor allem mit Vitamin D, 500-1000 IE, erzielt.

Morbus Alzheimer
Eine plazebokontrollierte Studie zeigte, dass mit hochdosiertem Vitamin B6, B12 und Folsäure ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden konnte.


Tertiäre Prävention

Unter tertiärer Prävention versteht man die Begrenzung und den Ausgleich von Krankheitsfolgen. Beispiele für den sinnvollen Einsatz obiger Wirkstoffe sind

- die Vermeidung der Spätfolgen des Diabetes mellitus und des Bluthochdrucks,
- Krebs-Erkrankungen (OPC 1000 – 1500 mg tgl., Ascorbin oral und intravenös),
- Arteriosklerose (Vermeidung von Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz),
- Symptomreduktion bei Allergien,
- Parodontose (einmal bis mehrfach tgl. Mundspülung mit Natriumascorbatlösung).

  
Prävention
Gesundheitsseite Dr. med. B. G. Welker