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13.04.2008
Die an sich geringfügige Erhöhung der Renten, die nur einen Bruchteil der Inflationsrate unter den Grundnahrungsmitteln ausgleicht, sorgt für Unruhe. Ungerechtigkeit zwischen den Generationen wird befürchtet und Experten beschwören eine Zunahme der alten Wähler mit dem entsprechenden Einfluß auf die politischen Parteien.
Roman Herzog emotionalisiert die Debatte mit der ungeschickten Formulierung, daß es dazu führen könnte, “dass die Älteren die Jüngeren ausplündern”. Eine Lösung hat er nicht parat.
Auch Wolfgang Clement meldet sich zu Wort, hat aber ebenfalls keine Verbesserungsvorschläge.
Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts schlägt eine Änderung des Wahlrechts vor. Um der jüngeren Generation mehr Gewicht zu verleihen sollten Eltern für jedes Kind eine zusätzliche Wahlstimme erhalten. Immerhin ein Vorschlag. Beim näheren Betrachten wird aber klar, ob es wirklich gerecht ist, wenn ein Hartz-IV-Empfänger mit vier kleinen Kindern das fünffache Wahlgewicht einer kinderlosen Lehrerin oder Managerin erhält.
Wie wäre es damit:
Gerecht wäre es, das politische Gewicht der Wählerstimme daran zu orientieren, was der Betreffende für den Staat geleistet hat. Was nimmt man als Maßstab im weiten Spektrum zwischen einer Trümmerfrau, die 1945 die Zerstörungsfolgen reparierte und jetzt dement mit Schlaganfall in Pflegestufe 3 liegt, und einem von Jugend an Arbeitslosen? Ideelle Werte lassen sich schwer in Mark und Pfennig pressen. Ein probates Maß, was ein Mensch für seinen Staat geleistet hat, ist aber seine Steuerzahlung, Lohn- und/oder Einkommensteuer.
Den Wählerstimmenfaktor 1 erhalten diejenigen, die im Laufe ihres Lebens keine oder nur wenig Lohn- und/oder Einkommensteuer gezahlt haben. Faktor 2 betrifft die große Gruppe derer, die zum Beispiel zwischen 3000 und 30.000 € Lohn- und/oder Einkommensteuer gezahlt haben, und Faktor 3 erhalten die, die darüber liegen.
Die Idee ist wiedergeboren. Über die Faktorenabstimmung und Steuergrenzwerte wird der Bundestag diskutieren und zu Kompromissen kommen, mit denen alle leben können. Als Nebeneffekt dürfte die SED-PDS- Nachfolgeorganisation wieder auf den politischen Einfluß gemäßigt werden, der ihr historisch zusteht.



05.04.2008
Die Indices der Börse sind Stichproben; sie erfassen nur einen kleinen Teil der Unternehmen. Die Gesamtentwicklung der Börsen bleibt deshalb dem Bürger verborgen.
Genauso verhält es sich mit der Preisentwicklung. Die Inflationsrate wird nur als Index von einigen hundert Produkten berechnet. Billige Produkte der Elektronikindustrie verfälschen die Kosten der Lebenshaltung, die hinsichtlich Grundnahrungsmitteln, Benzin und Heizkosten um erheblich mehr als 3  % gestiegen sind.
Die Bevölkerung wird ärmer, reicher werden nur Großkonzerne. Lohnerhöhungen führen zu niedrigerem Gewinn der entsprechenden Unternehmen, zu höheren Preisen für die Produkte oder zu beidem. Die Einkommensverbesserungen werden durch Inflationsrate und Preissteigerungen sofort wieder zunichte gemacht.
Die Kosten trägt immer und letztendlich ausschließlich die Gemeinschaft aller Bürger, wobei die Verteilung der Lasten inhomogen ist. Die LKW-Maut finanzieren diejenigen, die die transportierten Güter kaufen. Die Kosten für Bus und Bahn tragen primär diejenigen, die diese Verkehrsmittel benutzen. Die Krankenhauskosten werden von den gesetzlich oder privat Krankenversicherten bezahlt.
Steigt der Dollarkurs, dient dies als Begründung steigender Benzinpreise. Fällt der Dollarkurs, steigen die Kraftstoffpreise trotzdem. Aus welchem logischen Grund muß der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt bleiben? Aus welchem logischen Grund muß der prozentuale Steueranteil bei Benzin, Diesel, Biokraftstoff, Heizöl und Gas in gleichbleibender Weise beibehalten werden, um die rapide steigenden Preise so noch weiter zu erhöhen?


24.03.2006 Mammographiescreening,
 die Röntgenreihenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung

Quintessenz: Abzulehnen

Fakten:
Als Feldversuch vor einer bundesweiten Einführung wird in Nordrhein das Mammographiescreeninig getestet. Frauen von 50 bis 69 Jahren erhalten von ihrer Gemeindebehörde eine schriftliche Aufforderung, ein Zentrum oder einen speziellen LKW (Mamma-Mobil) aufzusuchen, in welchen ohne Arztkontakt von einer Assistentin eine Mammographie angefertigt wird. Nach einer Woche erhalten sie ein schriftliches Ergebnis. Bei auffälligem Befund ist die Empfehlung enthalten, an welches Zentrum sich die Betroffene wenden soll.
Kommentar:
Jüngere Frauen, bei denen in den letzten Jahrzehnten der Brustkrebs enorm zugenommen hat, und ältere als 69 werden nicht erfaßt.
Der behandelnde Frauenarzt weiß von nichts.
Bei der Reihenuntersuchung besteht kein Arzt-Patienten-Kontakt. Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), Befunderhebung, individuelle Beurteilung und Beratung fehlen, insbesonders ob und welche Erkrankungen und Risikofaktoren vorliegen.
Die Mammographie als einzige und isolierte Vorsorgemaßnahme bietet keine ausreichende Sicherheit. Genauso wichtig ist die Tastuntersuchung und die Ultraschalluntersuchung der Brust. Über 80% der Brustkrebse, die ich in den letzten Jahren entdeckt habe, wiesen eine unauffällige Mammographie auf.
Erhält eine Bürgerin einen auffälligen Befund, ist sie damit zunächst allein gelassen. Ein ziemlich unmenschliches und unüberlegtes bürokratisches Unterfangen.
Empfehlung
Sollten Sie eine Einladung zur Brustkrebsreihenuntersuchung erhalten, vereinbaren Sie vorher einen Termin bei Ihrem Gynäkologen. Bestehen Sie bei der Reihenuntersuchung auf der Übersendung eines ausführlichen schriftlichen Untersuchungsbefundes. Zeigen Sie diesen Befund Ihrem Gynäkologen und besprechen Sie alles mit ihm.
Hinweis
Nach den europäischen Standards (European Guidelines for Quality Assurance in Mammography Screening) dürfen am Mammographiescreening nicht teilnehmen:
Frauen mit Brustbeschwerden,
mit klinischen Auffälligkeiten der Brust (Zysten, Mastopathie),
nach einer Brustkrebserkrankung,
bei Brustkrebs in der Verwandtschaft
und wenn die letzte Mammographie weniger als 12 Monate zurückliegt.
Beachten sollte man auch, daß unter 10000 Untersuchungen durch die Röntgenstrahlen 1 Brustkrebs erst neu entsteht und daß die Früherkennungsrate für Brustkrebs durch diese Reihenuntersuchung nur um 0,2% verbessert wird. Von den Kosten und der Unwirtschaftlichkeit solcher hilflosen und fragwürdigen Pläne unserer “Volksvertreter” will ich angesichts einer Staatsverschuldung von 1,5 Billionen € erst gar nicht reden.


17.04.2006
Wußten Sie, daß in Deutschland jährlich 130000 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt und von den Krankenkassen bezahlt werden?
Wußten Sie, daß Ärzte für einen Schwangerschaftsabbruch viermal mehr Geld von den Krankenkassen bekommen als für die Betreuung einer Schwangeren für ein Vierteljahr?
Wußten Sie, daß Ärzte fünfmal mehr Geld für die tägliche Verabreichung von Methadontropfen bekommen als für die Betreuung einer Schwangeren für ein Vierteljahr?
Wußten Sie, daß noch vor wenigen Jahren die AOK Bauchtanzkurse für Schwangere bezahlt hat?
Wußten Sie, daß für das “Disease Management Program” DMP-Brustkrebs die Patientinnen mit der Befreiung von der quartalsweisen Praxisgebühr (insgesamt 200,- € in 5 Jahren) und die Ärzte mit 260,- € (60,- im 1. Jahr und jeweils 50,- in den vier folgenden Jahren) angelockt werden, wohingegen die Krankenkassen circa 6000,- € erhalten?
 

  
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